Grüner Strom aus der Region für Region


Osterode am Harz, 18.04.2016

Behäbig drehen sich die riesigen Rotorblätter – beeindruckt schauen die Männer und Frauen in die Höhe, wo mit Wind Energie erzeugt wird. Osterodes Bürgermeister Klaus Becker verlegte die „Sitzung“ mit einigen Ratsmitgliedern am Freitag ins Freie: Zwischen Hattorf und Schwiegershausen machten sich Bürgermeister, Ratsmitglieder und Gäste aus der Partnerstadt Armentières ein Bild davon, wie der Bürgerwindpark umgesetzt wurde.

Die sechs Windräder auf dem Hattorfer Berg haben eine Nabenhöhe von circa 150 Metern und jeweils eine Leistung von drei Megawatt. Circa 80 beteiligte Grundeigentümer erhalten aus dem Projekt eine jährliche Pacht, die sich an der Einspeisevergütung orientiert. Die Gemeinde Hattorf wird entsprechende Gewerbesteuern erhalten. Die geräuschoptimierten Windräder haben eine Leistung von insgesamt 18 MW und sollen nach einem Windgutachten jährlich circa 40 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Damit lassen sich rund 10.000 Haushalte mit regenerativem Windstrom versorgen.

Großes Interesse zeigten die Besucher an der Bauphase der einzelnen Windräder, für die zuerst Stellplätze für die Kräne gerichtet und eine Baugrube von 26 Meter im Durchmesser ausgehoben werden musste. Kaum zu glauben, dass für die hohen Windräder ein Fundament von nur 3,85 Metern Tiefe notwendig war, dafür aber 1200 Kubikmeter Beton – oder fast 160 LKW-Ladungen – angefahren wurden.

Darauf erfolgte dann der Turmbau, der als Hybridturm mit zwei verschiedenen Baustoffen entstand. Dieser hat im unteren Bereich mit 28 Betonsegmenten begonnen, die einen Durchmesser von 13 Metern haben und nach und nach aufeinander gesetzt wurden. Insgesamt drei Stahlrohrteile bilden den übrigen Teil des Turms.

Zum Staunen brachten die Besuchergruppe die Gewichte der einzelnen Bauteile: die Rotornabe wiegt etwa 49, der Generator 97 Tonnen. Marko Schmidt, Geschäftsführer der Windenergie Hattorfer Berg GmbH & Co. KG, schilderte bei der Besichtigung eindrucksvoll: „Obwohl die drei Rotorblätter aus Glasfaser bestehen, wiegt ein Blatt allein 25 Tonnen.“ Außerdem ist der Anlagentyp Enercon E-115 speziell für Binnenstandorte mit mäßigen Windgeschwindigkeiten ausgelegt.

Wolfgang Reehuis, ebenfalls Geschäftsführer der Windenergie Hattorfer Berg GmbH & Co. KG, erklärte: „Ich bin davon überzeugt, dass unsere Enkel uns später danken, dass wir sauberen, regenerativen Strom produzieren und so wesentliche Voraussetzungen für eine lebenswerte Umwelt schaffen. Dass wir uns hier auf dem richtigen Weg befinden zeigt sich auch daran, dass das Interesse der aktiven Beteiligung seitens der regionalen Bevölkerung sehr stark war. Wenn wir dieser Nachfrage hätten entsprechen wollen, so hätten wir nicht nur drei Enercon E-115 bauen dürfen, sondern mindestens das Doppelte“.

Wilhelm Sonntag, ebenfalls  Geschäftsführer der Windenergie Hattorfer Berg GmbH & Co. KG, stimmte Reehuis zu und ergänzte: „Alle Beteiligten – Bürger, Versorger, Projektierer, Banken, Politik und Kommunen – haben von Anfang an an einem Strang gezogen.“ Zudem habe Harz Energie, als strategischer Partner, das Millionen-Projekt von Beginn an auf eine solide Basis gestellt, bei komplexen Fragen unterstützend zur Seite gestanden und auch einen großen Teil zur Finanzierung beigetragen.

Die ersten Windenergieanlagen sind bereits in Betrieb gegangen und speisen Strom in das Netz der Harz Energie ein. In den kommenden Wochen werden sich dann auch die weiteren Windräder drehen und grünen Strom erzeugen – aus der Region, für die Region.

 

Die Gäste aus Osterodes Partnerstadt Armentières zeigten sich von der Größe der Anlagen beeindruckt.

Auch Wilhelm Sonntag (zweiter von rechts) stand der interessierten Besuchergruppe Rede und Antwort.

Bürgermeister Klaus Becker (vorne), Ratsmitglieder und Gäste machten sich ein Bild von der Umsetzung des Windparks.

Führung durch den Bürgerwindpark zwischen Hattorf und Schwiegershausen bei strahlendem Sonnenschein.

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